Manche Regionen lassen sich an einem Tag abhaken, andere verdienen ein ganzes Wochenende. Die Gegend rund um Forst an der Weinstraße gehört eindeutig zur zweiten Kategorie: Wer nur einen Tag einplant, sieht entweder die Weinberge oder den Pfälzerwald – selten beides in Ruhe. Ein Wanderwochenende mit Übernachtung dagegen erlaubt es, sich Zeit zu lassen, zwischen den Landschaftstypen zu wechseln und den Abend jeweils mit einer guten Einkehr ausklingen zu lassen. Dieser Beitrag skizziert, wie sich zwei Tage rund um Forst sinnvoll strukturieren lassen.
Warum sich ein ganzes Wochenende lohnt
Die Region um Forst an der Weinstraße bietet laut touristischen Angaben über 80 Wanderwege, dazu kommen zahlreiche Rad- und Mountainbiketouren für alle, die Abwechslung suchen. Diese Dichte an Möglichkeiten bedeutet aber auch: An einem einzigen Tag lässt sich immer nur ein Ausschnitt erleben. Ein Wochenende erlaubt es, den ersten Tag den Weinbergen und dem Ortskern zu widmen und den zweiten Tag tiefer in den Pfälzerwald oder zu einem der weiter entfernten Ausflugsziele wie den Sandsteinburgen bei Dahn vorzudringen.
Hinzu kommt der Reiz, abends nicht direkt nach Hause zu fahren, sondern die Ruhe eines kleinen Weinortes wie Forst tatsächlich zu erleben – ein Abendspaziergang durch die stillen Gassen, ein Glas Wein auf der Terrasse, der Blick auf die Weinberge im letzten Licht des Tages.
Tag 1: Ankommen und die Weinberge rund um Forst erwandern
Der erste Tag eignet sich gut, um in der Region anzukommen und sich mit einer moderaten Runde einzugehen. Eine Wanderung durch die Weinberge rund um Forst, idealerweise mit einem Abstecher in die berühmte Lage Kirchenstück, bietet einen sanften Einstieg. Die Wege sind überwiegend eben bis leicht ansteigend und eignen sich damit auch nach einer längeren Anreise gut für die Beine. Eine ausführliche Streckenübersicht für diesen ersten Tag finden Sie in unserem Grundlagenartikel Wandern rund um Forst, eine vertiefende Route speziell durch die Weinlagen in unserem Beitrag zur Lagenwanderung durchs Kirchenstück.
Unterwegs passiert man die Wahrzeichen des Ortes: die Dorfkirche St. Cyriakus mit ihren Ursprüngen im 15. Jahrhundert, den Pechstein-Brunnen, das Hahnenböhler Kreuz und den Hansel-Fingerhut-Brunnen. Wer möchte, kann den Nachmittag mit einer Weinprobe bei einem der bekannten Weingüter der Region ausklingen lassen – Namen wie Müller-Catoir, Reichsrat von Buhl oder Georg Mosbacher stehen für die lange Weinbautradition Forsts. Hinweise dazu liefert unser Weinprobe-Guide für die Pfalz.
Den Abend des ersten Tages verbringt man am besten direkt in Forst. Das Gasthaus Ungeheuer in der Weinstraße 57 bietet sich für ein entspanntes Abendessen mit Pfälzer Küche an, begleitet von einem Glas des Weines, dessen Herkunft man tagsüber selbst erwandert hat.
Tag 2: Tiefer in den Pfälzerwald oder ein Ausflug zu den Sandsteinburgen
Der zweite Tag bietet sich für eine anspruchsvollere oder weiter entfernte Tour an, da die Beine nach dem ersten Tag bereits eingelaufen sind. Zwei Optionen bieten sich an, je nach Vorlieben und verfügbarer Zeit:
- Wanderung tiefer in den Pfälzerwald – für alle, die in der Nähe von Forst bleiben und den Wechsel von Weinberg zu dichtem Mischwald in einer längeren Runde erleben möchten.
- Tagesausflug zu den Sandsteinburgen bei Dahn – für alle, die einen ganzen Tag einplanen und eine deutlich andere Landschaft mit Felsformationen und mittelalterlichen Burgruinen erleben möchten. Details zu dieser Tour finden Sie in unserem Beitrag zur 3-Burgen-Tour bei Dahn.
Wer sich für den Ausflug nach Dahn entscheidet, sollte diesen Tag früh beginnen, da die Anfahrt sowie die Rundwanderung selbst mehr Zeit in Anspruch nehmen als eine Runde direkt rund um Forst. Für alle, die es ruhiger angehen möchten, ist eine ausgedehnte Waldrunde im näheren Pfälzerwald die entspanntere Wahl, die sich gut mit einer späteren Rückkehr und einem gemütlichen Nachmittag in Forst verbinden lässt.
Übernachtung und Rhythmus des Wochenendes
Für ein Wanderwochenende in dieser Region empfiehlt sich eine Unterkunft direkt in oder nahe Forst, um die Wege zwischen Wanderung, Übernachtung und Einkehr kurz zu halten. Die Nähe zu Nachbarorten wie Deidesheim, Wachenheim, Bad Dürkheim oder Neustadt an der Weinstraße erlaubt es zudem, das Wochenende bei Bedarf um einen kurzen Abstecher in eines dieser Orte zu erweitern, etwa für einen Stadtbummel am Ankunfts- oder Abreisetag. Wer sein Wochenende noch etwas ausdehnen und mit einem Kurzurlaub entlang der südlichen Weinstraße verbinden möchte, findet Anregungen in unserem Beitrag zum Kurzurlaub an der südlichen Weinstraße.
Ausrüstung für ein Wochenende mit zwei unterschiedlichen Touren
Da sich die beiden Tage in Landschaft und Anspruch unterscheiden können, lohnt sich eine etwas breitere Grundausstattung:
- Zwei Paar geeignetes Schuhwerk, falls der erste Tag noch bequeme Wanderschuhe für ebene Wege und der zweite Tag robustere Schuhe für unwegsameres Gelände im Pfälzerwald erfordert.
- Wetterfeste Kleidung im Zwiebelprinzip, da sich das Wetter über zwei Tage durchaus ändern kann.
- Ausreichend Wasser und ein kleiner Snack für unterwegs, besonders am zweiten Tag, wenn die Tour länger ausfällt.
- Eine Wanderkarte oder App für beide geplanten Routen, gerade wenn der zweite Tag in unbekannteres Gebiet wie den Bereich um Dahn führt.
- Genug Zeitpuffer einplanen – ein Wochenende soll erholsam sein, kein durchgetakteter Sportplan.
Mit Hund unterwegs
Auch für Wanderer mit Hund eignet sich ein solches Wochenende gut, sofern die Touren entsprechend angepasst werden. Die ebenen Weinbergwege rund um Forst sind für die meisten Hunde gut zu bewältigen, während der zweite Tag im Pfälzerwald oder bei Dahn je nach Kondition des Tieres etwas kürzer ausfallen sollte. Ausführliche Hinweise dazu, worauf beim Wandern mit Hund in dieser Region zu achten ist, finden Sie in unserem Beitrag Wandern mit Hund an der Weinstraße.
Ein alternativer Rhythmus: Ruhiger statt sportlich
Nicht jedes Wanderwochenende muss auf zwei möglichst ausgefüllte Tage ausgelegt sein. Wer es lieber ruhig angehen lässt, kann den Rhythmus umdrehen: den ersten Tag für eine längere, entspannte Runde durch die Weinberge nutzen, dabei mehrfach für eine Weinprobe oder einen Fotostopp innehalten, und den zweiten Tag komplett der Erholung widmen – etwa mit einem kurzen Spaziergang durch den Ortskern, einem Besuch bei einem der Weingüter oder einfach einem langen Frühstück mit Blick auf die Reben. Diese Variante eignet sich besonders für Paare oder Gruppen, die den Ausgleich zum Alltag suchen und nicht in erster Linie sportliche Ziele verfolgen.
Wetterunabhängige Alternativen
Da sich das Wetter über zwei Tage in der Pfalz durchaus ändern kann, lohnt sich ein Blick auf Alternativen für den Fall, dass ein Tag verregnet ausfällt. Eine kürzere Runde durch die Weinberge lässt sich auch bei leichtem Regen noch gut bewältigen, sofern die richtige Kleidung mitgebracht wurde. Für einen komplett verregneten Tag bieten sich stattdessen ein Besuch bei einem Weingut mit überdachter Probierstube oder ein Ausflug in einen der Nachbarorte wie Deidesheim oder Bad Dürkheim an, wo sich auch bei schlechtem Wetter einige Stunden angenehm verbringen lassen. Wer die gesamte Urlaubsregion rund um Forst noch besser kennenlernen möchte, findet einen Überblick in unserem Beitrag Deidesheim, Wachenheim, Forst im Porträt.
Der Ausklang des Wochenendes
Nach zwei Tagen zwischen Weinbergen und Wald bietet sich am letzten Abend erneut eine Einkehr in Forst an, bevor es am nächsten Morgen zurückgeht oder weiter in die Region. Das Gasthaus Ungeheuer eignet sich dafür ebenso gut wie schon am ersten Abend – ein vertrauter, ruhiger Ort, um die Eindrücke des Wochenendes bei Pfälzer Küche Revue passieren zu lassen.
Ein Wochenende, das sich verlängern lässt
Wer merkt, dass zwei Tage nicht ausreichen, um die Region rund um Forst wirklich kennenzulernen, ist damit nicht allein – viele Gäste verlängern ihren ursprünglich geplanten Kurztrip spontan um einen weiteren Tag. Die Nähe zu Deidesheim, Wachenheim, Bad Dürkheim und Neustadt an der Weinstraße bietet dafür genug zusätzliche Ziele, von einem Bummel durch die historischen Ortskerne bis zu weiteren Wanderungen in bislang unerkundeten Teilen des Pfälzerwaldes. Auch ein Ausflug zum Hambacher Schloss bei Neustadt, bekannt als "Wiege der deutschen Demokratie", lässt sich gut als dritter Tag einplanen, etwa in Kombination mit dem Beitrag zu unserem Tagesausflug zum Hambacher Schloss.
Was ein solches Wochenende so besonders macht
Der eigentliche Wert eines Wanderwochenendes rund um Forst liegt weniger in einzelnen spektakulären Ausblicken als im Zusammenspiel der Elemente: die überschaubare Größe des Ortes, die kurzen Wege zwischen Weinberg, Wald und Gasthaus, und die Möglichkeit, innerhalb von nur zwei Tagen von der Ruhe eines kleinen Winzerdorfes bis zur Wildnis des Pfälzerwaldes zu wechseln. Diese Kompaktheit unterscheidet die Region von größeren, weitläufigeren Wanderdestinationen, bei denen man oft lange Anfahrten zwischen den einzelnen Höhepunkten in Kauf nehmen muss. Rund um Forst dagegen liegt fast alles in Gehweite oder mit kurzer Fahrt erreichbar beieinander – ein Umstand, der besonders für ein Wochenende mit begrenzter Zeit von Vorteil ist.
Gepäck für ein entspanntes Wochenende
Über die reine Wanderausrüstung hinaus lohnt es sich, an ein paar Dinge zu denken, die ein Wochenende insgesamt angenehmer machen: bequeme Wechselkleidung für die Abende im Gasthaus, eine kleine Tasche für Mitbringsel wie eine Flasche Forster Wein direkt ab Weingut, und – falls die Rückreise erst am späten Nachmittag ansteht – eine Idee für ein entspanntes Vormittagsprogramm am Abreisetag, etwa ein letzter kurzer Spaziergang durch die Weinberge oder ein ausgedehntes Frühstück, bevor es zurück in den Alltag geht.
Fazit
Ein Wanderwochenende rund um Forst an der Weinstraße verbindet zwei sehr unterschiedliche Landschaften, die sich an einem einzelnen Tag kaum beide gerecht erleben lassen: die sanften Weinberge mit ihrer jahrhundertealten Geschichte und den ausgedehnten, wilderen Pfälzerwald mit seinen Felsen und Burgen. Wer sich zwei Tage Zeit nimmt, kann beides in einem entspannten Tempo erleben und den Abend jeweils mit einer guten Mahlzeit ausklingen lassen. Nach der Tour ein Tisch im Gasthaus Ungeheuer gefällig? Jetzt reservieren.